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Der Bücherdrache

In den Katakomben von Buchhaim erzählt man sich eine alte Geschichte vom sprachmächtigen Drachen Nathaviel. Angeblich besteht er aus lauter Büchern, die von der mysteriösen Kraft des Orms durchströmt sind. Die Legende besagt, der Bücherdrache habe auf jede Frage die richtige Antwort.

Der Buchling Hildegunst Zwei, benannt nach dem zamonischen Großschriftsteller Hildegunst von Mythenmetz, macht sich eines Tages auf den Weg in den Ormsumpf, wo Nathaviel hausen soll. Dabei wagt er sich in Bereiche der Katakomben, in denen es von Gefahren wie den heimtückischen Bücherjägern nur so wimmelt. Und er ahnt nicht, dass die größte Gefahr, die ihm droht, vom Bücherdrachen selber ausgeht.

Der Blaubär-Roman feiert Geburtstag
20 ½ Jahre Zamonien und die weiteren Aussichten

Als ich mit der Arbeit an dem Roman Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär begann, sollte diese voraussichtlich etwa ein halbes Jahr dauern, der Umfang des Buches sollte auf gar keinen Fall einhundertzwanzig Seiten übersteigen, und das ganze Werk sollte höchstens ein Dutzend Illustrationen enthalten. Das war der Plan. Es wurden dann fünf Jahre Arbeit, siebenhundertdrei Seiten und über hundert Illustrationen. Eine der beiden Lebensweisheiten, die ich seitdem aus eigener Erfahrung weitergeben kann – mehr habe ich in dieser Hinsicht nicht zu bieten –, lautet daher: Es kommt manchmal ein bisschen anders, als man plant. Die andere Maxime lautet: Benutzt regelmäßig Zahnseide oder Interdentalbürsten!

Nachdem ich den Roman beendet hatte, war ich der festen Überzeugung, dass ich so etwas in meinem ganzen Leben nie wieder tun würde. Fünf Jahre mit Zwergpiraten, Klabautergeistern, schlechten Ideen, einem Stollentroll, einem Prinzen aus der 2364. Dimension, einem halbblinden Rettungssaurier und vielen anderen seltsamen Charakteren zu verbringen kommt wahrscheinlich einem längeren Zwangsaufenthalt in einer geschlossenen Anstalt ziemlich nah. Aber aus meinem geplant einmaligen Ausflug in die Schriftstellerei – zuvor hatte ich nur Sprechblasen für Comics und Drehbücher verfasst – wurde unversehens eine Buchreihe über einen phantastischen Kontinent namens Zamonien mit mittlerweile neun Bänden und insgesamt 3521 Seiten. Der neueste Zamonienroman Der Bücherdrache ist seit März 2019 im Handel. Es kommt manchmal ein bisschen anders, als man plant.

Darüberhinaus feiern wir 2019 zu meiner großen Bestürzung ein 20 1/2-jähriges Doppeljubiläum. Denn so lange ist es schon her, dass mit Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär der erste Band der Zamonien-Reihe erschienen ist. Im Herbst 2019 legen wir daher das originale Blaubär-Hardcover von 1999 mit den Schwarzweiß-Illustrationen, dem blauen Farbschnitt sowie dem Originalposter wieder auf. Außerdem gibt es die farbige Ausgabe, koloriert von Florian Biege, erstmals im Taschenbuch. Welchen Blaubär hätten Sie denn gern?

Im Jahr 2020 könnte es dann zum nächsten Zamonienroman Die Insel der 1000 Leuchttürme kommen, einem Briefroman aus der Feder von Hildegunst von Mythenmetz, den er erstmals auch selbst illustriert hat.

Das Erscheinen der Blaubär-Sonderausgaben kann ich garantieren, aber im Falle des Briefromans kann ich nur hoffen, dass Mythenmetz den Termin für die Abgabe seiner Illustrationen einhält. Es kommt ja manchmal ein bisschen anders, als man plant.

Ausblick: Weitere Zamonienbände sind geplant, einige davon  in Arbeit, teilweise schon seit Jahren. Dazu gehört auch Das Schloss der Träumenden Bücher, der dritte Teil der Buchhaim-Trilogie. Dass es damit länger dauert als geplant, liegt daran, dass sich andere Projekte wie Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr, Weihnachten auf der Lindwurmfeste, Der Bücherdrache sowie die beiden Graphic Novel-Bände von Die Stadt der Träumenden Bücher dazwischengeschoben haben. Dies waren, was die Illustrationen angeht, zum Teil sehr umfangreiche und viel Zeit beanspruchende Teamarbeiten, die mit den anderen Künstlern Lydia Rode und Florian Biege terminlich abgestimmt werden mussten und daher Vorrang hatten. Es kommt eben manchmal ein bisschen anders, als man plant.

Und ich hoffe auch, dass das so bleibt. Denn sonst wären die Arbeit und das Leben ja völlig vorhersehbar und langweilig.

Ich bin sehr froh darüber, in der Buchbranche zu arbeiten, wo man sich, anders als in anderen Medien, immer noch die Zeit für ein Werk nehmen kann, die es nun einmal braucht. Ich denke, das kommt nicht nur mir, sondern auch meinen Lesern zugute.

Ach so, nach längerer Überlegung eine Korrektur zu Lebensweisheit Nummer 2: Benutzt doch lieber Interdentalbürsten als Zahnseide, denn die sind nicht nur effektiver in der Zahnzwischenraumreinigung, sondern auch einfacher zu handhaben.

Der Bücherdrache

Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr